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Qaanaaq liegt im äußersten Norden Grönlands. Bunte Häuser blicken auf die Baffin Bay, gewaltige Eisberge ziehen an einer vom Meereis geprägten Küste vorbei. Nur wenige Expeditionsreisen führen über die bekannteren Küsten der Diskobucht hinaus bis in diese abgelegene Stadt.
Für Reisende ist Qaanaaq vor allem eine lebendige Inughuit-Gemeinschaft. Lokales Wissen, Jagdtraditionen, Kajaks und Hundegespanne sind bis heute eng mit den Jahreszeiten und dem umgebenden Meer verbunden. Ein Besuch verlangt Neugier und Respekt: Was möglich ist, richtet sich nach den Absprachen mit der Gemeinde, und Gäste kommen als Besucher, nicht als Zuschauer.
Im Sommer kann das lange Tageslicht Wanderungen oberhalb des Ortes, Begegnungen mit lokalen Gastgebern oder Erkundungen der nahen Gewässer per Boot oder Zodiac ermöglichen. Eisberge prägen den Horizont; in der weiteren Region leben Narwale, Walrosse, Robben und Krabbentaucher. Tierbeobachtungen sind nie garantiert, und Eis, Wetter sowie lokale Genehmigungen können den Plan kurzfristig verändern.
Auch der heutige Stadtgrundriss erzählt eine schwierige Geschichte. Qaanaaq wurde 1953 gegründet, nachdem Inughuit-Familien aus dem Gebiet der US-Luftwaffenbasis umgesiedelt worden waren, das damals Thule genannt wurde. Eine sorgfältige Einordnung unterscheidet daher das heutige Qaanaaq von der historischen und militärischen Verwendung des Namens Thule.
Qaanaaq ist die nördlichste Stadt Grönlands und liegt etwa 167 Kilometer von Kanada entfernt. Rund fünf Monate lang scheint die Mitternachtssonne; im Winter bleibt die Sonne mehrere Monate unter dem Horizont. Der lokale Inughuit-Dialekt und die Traditionen spiegeln die enge Verbindung zum hohen Norden wider. Anläufe von Expeditionsschiffen hängen von Meereis, Wetter, lokalen Genehmigungen und Absprachen mit der Gemeinde ab.
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